Aktuell im Bezirksverband Erfurt


„Es gibt nur eins was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“ John F. Kennedy


16.10.2018
„Bildung schafft Zukunft“ so stellt sich der Verein zur Förderung der Land- und Forstarbeiter (VLF) mit Sitz in Kassel einer wichtigen gesellschaftspolitischen Aufgabe.

Günter Karst

Herbert Baur

Horst Schirakowski

Miriam Amenda

Seit dem Jahr 1994 wurden jährlich mindestens zwei Seminare, eines im Frühjahr und eines im Herbst, für Beschäftigte der Forstwirtschaft in Thüringen angeboten. Mehr als 670 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer von „ThüringenForst“ und dem Bundesforst konnten seitdem an den insgesamt 48 Seminaren gezählt werden.

Begonnen hat alles in Saalfeld dem Hotel „Zur Tanne“. Seminare in Altenburg, Hey-da, Tabarz, Apolda und zuletzt in Tambach-Dietharz folgten.

Grundlage war eine Vereinbarung zwischen dem HPR Forst, vertreten durch unseren Kollegen Jürgen Stark und dem Abteilungsleiter ThüringenForst im TMLNU, Dr. Volker Düssel. In dieser war vereinbart, dass Bedienstete alle drei Jahre für ein VLF-Seminar bei Zahlung des Grundlohnes freigestellt werden können.

Seminarleiter Kollege Günter Karst aus Essingen (Rheinland-Pfalz) war bis 2004 ein kompetenter Ansprechpartner für die Teilnehmer.

Den Teilnehmern bleiben in guter Erinnerung:
Kollege Herbert Baur, von der Unfallkasse Thüringen informierte über das aktuelle Unfallgeschehen und vorbeugende Maßnahmen.

Lothar Burghof, Referatsleiter im Forstministerium, war immer ein kompetenter Ansprechpartner für die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen.

Kollege Horst Schirakowski, leitender Polizeikommissar a. D. Kassel, machte aktuelle Politik mit Pressemeldungen allgemeinverständlich. Unvergessen ist bei vielen Teilnehmern die Umrechnung von der D-Mark zum Euro.

Celina Scharek, Dozentin für Kommunikation überraschte die Teilnehmer mit Deutungen der Körpersprache. Zur Verbesserung von Dialogen, geschlechtsspezifischer Kommunikation und zur Abwehr von Manipulationen trug sie wesentlich bei.
Miriam Amenda und Kollege Andreas Kilian, Rechtsanwälte aus Hessen ermöglichten Einblicke in juristische Abläufe. Arbeitsrechtliche Regelungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst waren interessant.

Es können nicht alle Referenten aufgezählt werden. Kollege Tobias Stankewitz, der nicht nur wegen seiner Größe die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, sei auch noch genannt. Aktuelle politische Themen wurden von ihm erfolgreich mit den Teilnehmern aufgearbeitet,

In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass es gerade einmal gelungen ist, einen von drei „Forstchefs“, im Jahr 2002 in Heyda mit Dr. Volker Düssel, zum direkten Gespräch mit den Seminarteilnehmern zu bewegen.

Vom ersten Tag an, hatten die Teilnehmer keine Teilnehmergebühren, keine Über-nachtungskosten, keine Verpflegungskosten und keine Reisekosten zu zahlen. Durch verschiedenste Bundeseinrichtungen wurden und werden gleichlautende gesellschaftspolitische Seminare finanziell gefördert. Voraussetzung ist jedoch, dass in angemessener Höhe eine Kofinanzierung erfolgt. Der Freistaat Thüringen unterstützte den VLF für die Seminare anfangs mit einem jährlichen Betrag in Höhe von 5.000 DM.

Mit dem Währungswechsel zum Euro gewährte die Verwaltung wenige Jahre einen Betrag in Höhe vom 2.500 Euro. Mit der Bildung der Anstalt öffentlichen Rechts „ThüringenForst“ wurde der Betrag auf 1.500 Euro reduziert und im Jahr 2017 völlig eingestellt.

Zwei VLF-Seminare kosten etwa ein Zehnfaches des zuletzt gewährten Unterstüt-zungsbetrages. Eine Planung und Durchführung weiterer Seminare in Thüringen ist ohne Unterstützung nicht mehr möglich.

Die Entscheidung des AöR-Vorstandes wurde mit der allgemeinen Reduzierung der Landeszuweisungen begründet. Alle Interventionen diese Festlegung zu Gunsten weiterer gesellschaftspolitischen VLF-Seminare noch zu ändern – schlugen fehl.
Dieses Dekret ist nun möglicherweise das Ende einer 24-jährigen Erfolgsgeschichte in Thüringen! Das 48. Seminar im September 2018 war das vorerst letzte!
Sollten andere, positive Signale von der AöR – weiterhin zwei Seminare angemessen finanziell zu unterstützen, könnte über eine Fortsetzung nachgedacht werden.
Für mich persönlich geht so oder so ein wichtiger, schöner Zeitabschnitt, Seminarleiter im VLF zu sein, altersbedingt nach 14 Jahren zu Ende.

Alles hat seine Zeit. Es ist also Zeit, allen die zu den langjährigen Erfolgen von VLF-Seminaren in Thüringen beigetragen haben, gleich ob als Referent oder Teilnehmer, meinen persönlichen Dank auszusprechen.
Ich verbinde diesen Dank mit der Hoffnung auf ein Umdenken des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Anstalt öffentlichen Rechts – ThüringenForst.

Bildung kostet halt Geld – keine Bildung kostet aber mehr!

Bernd Unbescheid
Seminarleiter a. D.