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Aktion der IG BAU zur 5. Verhandlung zum RTV


Frankfurt, 15.08.2019
30 Gebäudereiniger*innen u. Unterstützer*innen aus Thüringen beteiligten sich am 15.08.2019 an einer Aktion bei der 5. Verhandlung zum Rahmentarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk in Frankfurt. Gemeinsam mit weiteren Kollegen*innen aus unserer Region Sachsen-Sachsen-Anhalt-Thüringen u. anderen Regionen der Bundesrepublik unterstützten sie die Verhandlungskommission der IG BAU.

Den Forderungen der IG BAU in den Tarifverhandlungen wurde noch einmal Nachdruck verliehen. An der öffentlichkeitswirksamen Aktion beteiligten sich über 100 Kollegen*innen der

IG BAU.

Frankfurt am Main – Die inzwischen fünfte Verhandlungsrunde zum Rahmentarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk wurde heute Abend (für
die Red.: 15. August 2019) ergebnislos unterbrochen.
„Die Arbeitgeber hatten vollmundig ein Angebot versprochen. Sie bezeichnen es als ‚fair‘. Tatsächlich herausgekommen ist aber ein Vorschlag mit vielen Abstrichen“,
sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. Die Arbeitgeber hatten einen 17-Seiten starken Rahmentarifvertragstext präsentiert, in dem sie einige Fußangeln eingebaut haben. Manche Formulierung entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als deutliche Verschlechterung. So führen etwa die Vorschläge zur Regelung der Zuschläge für Mehrarbeit oder Sonn- und Feiertagsarbeit in der Praxis dazu, dass die Beschäftigten Einbußen haben oder sogar leer ausgehen. „Dem Vorschlag fehlt die Ernsthaftigkeit. Wer wirklich schnell einen Abschluss erzielen will, verhält sich anders“, sagte Laux.

Unterstützt wurde die IG BAU-Verhandlungskommission von mehr als hundert Beschäftigten, die während der Verhandlung lautstark ihrem Ärger über das Vorgehen der Arbeitgeber Luft machten. Vorausgegangen war in diesem Frühjahr die Kündigung des Rahmentarifvertrags durch die Arbeitgeber. Diese zogen zur Rechtfertigung ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts heran. Danach stehen auch Teilzeitbeschäftigten Mehrarbeitszuschläge zu. Die Arbeitgeber wollen ihnen diese aber nicht zahlen.

Der IG BAU hingegen geht es um Respekt für die rund 650 000 Beschäftigten.
Sie fordert deshalb ein Weihnachtsgeld, wie es in fast allen Branchen üblich ist. Zudem müssen Fachkräfte besser eingruppiert und der Urlaubsanspruch an die Zugehörigkeit zur Branche geknüpft werden. Selbstverständlich müssen die Zuschläge weiterhin für alle Beschäftigten der Branche gelten.

Trotz der schwierigen Verhandlungen einigten sich beide Parteien auf einen weiteren Verhandlungstermin am 30. September 2019.